Endlich Sommer – Zeit zum Ausruhen?

Im Nord-Westen gab es über Pfingsten kurz sommerliche Gefühle, doch seitdem mutet das Wetter beinahe schon herbstlich an. Wir warten darauf, dass es endlich Sommer wird, so wie die Schüler auf die großen Ferien warten. Und im Blick auf unser Zeltlager in den ersten zehn Ferientagen darf beides gerne zusammenfallen.

Wenn der Sommer dann seine Wärme entfaltet, suchen wir Orte auf, an denen wir entspannen und ausruhen können. Gerne lassen wir die Beine, die Gedanken und auch unsere Seele baumeln. Und damit sind wir unserem Schöpfer näher, als es uns vermutlich bewusst ist. Denn, Gott selbst ist der Erfinder des Ausruhens. Jüdisch gedacht, ist nicht der Mensch, sondern der Sabbat die Krönung der Schöpfung. Erst mit dem Ruhetag wird die Schöpfung vollendet, sozusagen als letztem „Schöpfungsakt“ und erst damit das Werk Gottes vollkommen. „Am siebten Tag vollendete Gott sein Werk, das er gemacht hatte. An diesem Tag ruhte er aus von all seiner Arbeit, die er getan hatte. Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn zu einem heiligen Tag“ (1. Mose 2). In den zehn Geboten in 2. Mose 20 wird Gottes Volk auf den Ruhetag verpflichtet. Der Prophet Jesaja wird später Freude und Glück denen versprechen, die den Ruhetag einhalten. Und als zur Zeit Jesu die religiösen Regelhüter dabei waren, mit dem Sabbatgebot ihre Volksgenossen zu knechten, trat Jesus dem mit göttlicher Logik entgegen: „Gott hat den Sabbat für den Menschen gemacht, nicht den Menschen für den Sabbat“ (Markus 2,27). Leider haben wir uns davon weit entfernt. Unsere freie Zeit wird mit allerlei Aktivitäten gefüllt, auch in unseren programmlastigen Kirchen und Gemeinden. Und zur Ruhe der Nacht finden wir auch nicht mehr so wie die Menschen der Bibel, da es uns ein leichtes ist, die Nacht zum Tag zu machen mit künstlichem Licht, TV, Internet – Vieles läuft heute „24/7“. So belügen wir uns mit dem Motto „du bist, was du tust“. Nicht unsere Leistung in Arbeit, Ehrenamt und Freizeit bestimmt unseren Wert, sondern unsere Ebenbildlichkeit mit unserem Schöpfer. Diese können wir wiederentdecken, wenn wir bei ihm zur Ruhe kommen. So lädt uns Jesus ein: „Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch abmüht und belastet seid! Ich will euch Ruhe schenken“ (Matthäus 11,28). In diesem Sinne wünsche ich uns, dass es endlich Sommer wird und wir zur Ruhe finden!

Ich mach dann mal Sabbat – euer Pastor, Kai-Uwe Marquard

 

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