Pfingstgedanken

Liebe Gemeinde,

nach dem Osterfest erleben wir nun auch dieses Pfingstfest zum zweiten mal unter den Einschränkungen der anhaltenden Corona-Pandemie. Zumindest die Camper unter uns durften in ein langes Wochenende starten, wenn sie angesichts der bescheidenen Wetteraussichten dazu Lust hatten und an vielen Orten (außerhalb unseres Landkreises) hat die Gastronomie im Freien auch wieder eröffnet. So richtig „froh“ wird einem zu diesem Pfingstfest dadurch noch nicht.

Da hilft es, sich der Geburt der ersten christlichen Gemeinde zu erinnern, die an Pfingsten inJerusalem ihren Anfang nahm. Damals nicht mit auf 40 bzw. 50 Personen begrenzten Besucherzahlen, sondern in einer mit Festbesuchern überfüllten Stadt, in der Juden aus allen Ländern der jüdischen Diaspora zusammen waren, um 50 Tage nach dem Passahfest das „jüdische Pfingstfest“ Schawuot zu feiern. In dieser frohen und erwartungsvollen Atmosphäre erfüllte sich die Verheißung, die der auferstandene Jesus Christus seinen Jüngern kurz vor seiner „Himmelfahrt“ gegeben hatte, in der Apostelgeschichte 1,8 (siehe Schaukasten):
Bis zu diesem Zeitpunkt war die kleine Schar der Apostel und ihr Freundeskreis in Jerusalem nach der Auferstehung ihres Meisters, also nach Ostern nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Doch jetzt wurden sie sichtbar (Feuerflammen über jedem Anwesenden) und hörbar (starkes Windrauschen) vom Heiligen Geist erfüllt. So „gekräftigt“, beginnen sie Gottes Wirken an ihnen und an seinem Volk zu „bezeugen“. Zum Erstaunen der zusammenströmenden Menge jeweils in den Muttersprachen der Zuhörer, wenn auch mit galiläischem Akzent. Ein „Sprach- und Hörwunder“ zugleich und ein erster Hinweis darauf, dass die Gemeinschaft der Christen nicht nur dem jüdischen Sprach- und Kulturraum vorbehalten bleiben sollte. Die sich anschließende Pfingstpredigt des Petrus lädt alle Menschen ein, dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus als dem Retter zu vertrauen. Vielen der Anwesenden gehen diese Worte zu Herzen und berühren ihr Gewissen – sie kommen zum Glauben an den Herrn Jesus Christus und lassen sich in seinem Namen taufen. So startete die erste Gemeinde
gleich mit 3000 Menschen und wuchs daraufhin weiter an von Tag zu Tag.

In Erinnerung an diesen Start der „Kirche“ wird an Pfingsten sowohl der Geburtstag der Gemeinde gefeiert, als auch das Geschenk des Heiligen Geistes, der den Glauben an Christus weckt und die Gläubigen befähigt und ermächtigt. Es ist also ein doppelt froher Anlass, zu dem wir auch in diesem zweiten Corona-Jahr zu unseren „Festgottesdiensten“ einladen. Am Pfingstsonntag um 9:30 und um 11:00 Uhr ins Gemeindezentrum und am Pfingstmontag zu um 15:00 Uhr zum ökumenischen Gottesdienst an der Osterhauser Schleuse am Kanal. Setzt ein weiteres Mal eure Masken auf und lasst euch einladen,
in diesem Sinne wünscht euch „frohe Pfingsten“ euer Pastor, Kai-Uwe Marquard