Gedanken

Gedanken zum Karfreitag, den 10. April im Corona-Jahr 2020

Liebe Gemeinde,
wenn wir uns in den Zeiten der jetzigen Corona-Pandemie an das Leiden und Sterben unseres Herrn und Erlösers, Jesus Christus erinnern, dann sind wir in Gedanken und Fürbitten auch bei den Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind und bei denen, die sie pflegen und heilen. Und wir denken an alle, die um einen geliebten Menschen trauern, ob dieser nun dem Virus oder einer anderen Erkrankung zum Opfer fiel. Das Trauernde derzeit gerade dann, wenn sie den Beistand der Gemeinschaft ihrer Nächsten oder der Gemeinde brauchen distanziert allein gelassen werden ist zutiefst unbarmherzig. Vor drei Wochen haben einige wenige so „trostlos“ von unserem Bruder Helmut Willms auf unserem Friedhof Abschied genommen – eine ernüchternde Erfahrung, auch für mich als Pastor.

Nach seiner Verhaftung in Gethsemane am Abend des Gründonnerstages wurde Jesus auch allein gelassen von seiner „Gemeinde“, von den Jüngern. Die Angst um das eigene Leben war stärker als das Vertrauen in Jesus – wie wir wissen, hielt diese Furcht auch nach Ostern noch an. Wer in der fortlaufenden Bibellese dem Markus-Evangelium gefolgt ist, konnte dem Leidensweg unseres Herrn folgen – verraten, verlassen, verleumdet, verleugnet und am Ende von Pilatus wider besseres Wissen zum Tode verurteilt. Verspottet und gefoltert vom römischen Todeskommando, verlästert und verhöhnt von der jüdischen Führung und dem schaulustigen Volk. So stirbt Jesus am Nachmittag des Karfreitages auf der „Schädelstätte“ Golgatha.

Es sind für mich oft Liedtexte, denen es gelingt, das grausame Geschehen des Karfreitages in treffende Worte zu kleiden. So wie es die „Messengers“ 1968 getan haben:

„Schlechtgemacht wie ein Verbrecher ging er in den Tod.
Doch er war nicht schuldig, sondern er gehorchte Gott.
Hass, Verachtung, Schläge, Hohn brachten ihn nicht ab davon.
Mörder um ihn her, einsam, hilflos starb er, einsam hilflos starb er.“

Aus dem Lied „Freut euch mit uns, denn wir wissen“ – einer Vertonung des sogenannten „Christus-Hymnus“ aus Philipper 2,5-11:

„Freut euch mit uns, denn wir wissen: Unser Herr ist groß.
Alles, was er hatte, ließ er unsertwegen los.
Er war Gott in allen gleich, herrlich, mächtig, ewig, reich.
All das gab er her: Unser Schicksal trug er, unser Schicksal trug er.“

Amen dazu!
Möge euch der Gekreuzigte begegnen, bewahren und segnen!

Bleibt gesund und bis Ostern

Gruß vom Pastor, Kai-Uwe Marquard