Gedanken Lockdown Fastenzeit

Spielräume statt Quarantäne!

Inzwischen sind alle aus unserer Familie mindestens einmal auf das Corona-Virus getestet worden, am häufigsten unsere reiselustige Tochter. Bei den PCR-Labortests bedeutete dies zunächst immer einige Tage Quarantäne – Wartezeit mit teils mulmigem Gefühl im Bauch. Obwohl keiner von uns altersmäßig oder gesundheitlich zu einer Risikogruppe gehört sind wir jedes Mal dankbar, wenn ein Test negativ ausfällt. Einmal befreit durchatmen, in einer Zeit, die von stetiger Anspannung geprägt ist. Da inspiriert mich das Motto der diesjährigen Fastenaktion der Evangelischen Kirche, „Spielraum! Sieben Wochen ohne Blockaden“. Nach wochenlangem verschärftem Lockdown wünsche ich mir wieder einmal sieben Wochen ohne Blockaden. Blockierte Nähe durch Abstandsgebote und FFP2- Masken – selbst beim Abschied auf dem Friedhof darf ich keine Hand reichen oder gar jemanden in den Arm nehmen. Einschränkungen und Regeln bestimmen mehr und mehr meinen Alltag und nisten sich in meinem Kopf ein – diese Pandemie engt meinen Spielraum ein und blockiert zunehmend auch mein Denken. Nicht nur bei mir liegen die größten Blockaden im Kopf. Durch einen negativen Schnelltest gewinne ich ein wenig Spielraum für einen Heimbesuch bei Hochbetagten oder Sterbenskranken. Zusätzlich befreiend wirkt das Wissen, dass inzwischen in unseren Heimen alle, die wollen, geimpft sind. Ganz sicher werde ich lockerer, wenn ich die Fastenzeit ab Mitte Februar dieses Jahr dafür nutze, die Blockaden in meinem Herzen und meinem Sinn abzubauen, um neue Spielräume zu gewinnen. Dabei halte ich mich an den Apostel Paulus, der den nötigen Sinneswandel so beschreiben kann:
„Ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige.“ (Römer 12,2b)

Pastor Kai-Uwe Marquard