26.04.2020

Liebe Gemeinde,

der Name dieses Sonntages preist die Güte des HERRN, die die Erde erfüllt!

Wenn ich ehrlich bin, ist mir in diesen Tagen nicht immer nach Lobpreis zumute. Schon als Angela und ich beide nach unserem zwangsweise daheim verbrachten Urlaub in die Kurzarbeit gingen, kamen besonders des Nachts auch Sorgen um die Zukunft auf. Ja, die Corona-Krise und die Covid-19 Krankheit machen Angst. Neben der gesundheitlichen Bedrohung für die Generation 55-plus (zu der ich ja auch schon gehöre) sind es die allgemeine Verunsicherung und die sich immer deutlicher abzeichnenden wirtschaftlichen Folgen. So titelt unsere NWZ an diesem Wochenende: „Wirtschaft sieht schwarz“ – Untertitel: „Existenzgefährdende Lage im Land“.

Solche Aussichten drängen uns ins Gebet, doch fehlen mir nicht nur im Lobpreis, sondern auch in der Fürbitte zunehmend die Worte – weil meine Gefühle und Gedanken mit mir Achterbahn fahren. Da ist es eine Hilfe sich mit dem persönlichen Gebet an die Worte der Bibel anzuhängen, besonders an die Psalmen. Sie schenken und leihen uns Worte. Sie verbinden uns mit den jüdischen und christlichen Gläubigen und ihren durchlittenen Ängsten und Krisen. So beginnt schon der Psalm 4, ein Abendgebet Davids, mit den Worten: „Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott …, der du mich tröstest in Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet!“. Dann entfaltet David seine Sorgen, um am Ende seinen Nachtschlaf vertrauend in Gottes Hände zu legen: „Ich liege und schlafe ganz im Frieden; denn allein du, HERR, hilfst mir, dass ich sicher wohne“.

 Die Übersetzung „Neues Leben“ gibt diesen Vers so wieder: „Ich will mich in Frieden hinlegen und schlafen, denn du allein, HERR, gibst mir Geborgenheit“. So getrost können wir uns als Gläubige schlafen legen. Mit dem Wochenspruch aus Johannes 10 werden wir an unseren guten Hirten, Jesus Christus, erinnert, der uns als seinen Schafen verspricht: „Ich kenne sie, und sie folgen mir; … niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“ (V27-28). In diese Richtung zielt auch der Zuspruch aus Gottes Wort, welcher aktuell in unserem Schaukasten aushängt (siehe Foto). Darauf dürfen wir vertrauen!

Nachdem ich schon zu Beginn die NWZ zitiert habe möchte ich gerne auch auf deren aktuellen „Gottesdienst für zu Hause“ hinweisen (Extra S.8). Darin legt der Garreler Diakon Hubert Looschen das Osterevangelium aus Johannes 21,1-14 (Fischzug des Petrus) lesenswert aus. Nachdem die Jünger des Nachts nichts gefangen haben fordert Jesus sie auf, ihr Netz erneut auszuwerfen, um dann die berühmten 153 Fische zu fangen. Looschen dazu: „Aufgeben? Nein weitermachen! Jesus schickt seine Jünger wieder zum Fischen. Der Arbeit im Namen Jesu nachgehen, sich von ihm schicken lassen, bringt offensichtlich Erfolg. Wenn Jesus sagt, fahrt zum Fischen, sagt er uns: Haltet durch, gebt nicht auf, schützt euch und andere, forscht weiter, helft dem Nächsten, lebt Gemeinschaft …“ . Er endet hoffnungsvoll österlich: „Wenn wir uns auf Jesus Christus verlassen, sind wir nie verlassen. Auch dann nicht, wenn die Krankheit uns besiegen sollte. Der Herr ist auferstanden! Wir werden auferstehen! Das ist für mich kein billiger Trost, das ist ein Auftrag und ein Weg in die Zukunft“. Da stimmen wir unserem katholischen Bruder gerne zu.

Nach einem längeren Gespräch in der vergangenen Woche ist mir die angespannte Situation in den Altenheimen aufs Herz gelegt worden. Das Besuchsverbot und die anhaltende Infektionsgefahr belasten Bewohner und Personal gleichermaßen. Besonders für an Demenz Erkrankte und deren Angehörige ist die Lage frustrierend. Wir sollten im Gebet an alle denken, die dort unter den derzeitigen Bedingungen arbeiten und leben müssen. Desweitern nenne ich auch heute wieder unseren Bruder, Gerhard Ebinger. Er ist letzte Woche erfolgreich am rechten Bein behandelt worden, doch nun wartet am Montag das linke Bein auf einen Bypass – lasst uns diese OP um beten und auch an seine Frau daheim denken.

Mit lieben Segensgrüßen von eurem Kurzzeit-Pastor, Kai-Uwe Marquard