03.05.2020

Liebe Gemeinde,

„Jauchzet Gott, alle Lande!“ (Psalm 66,1)

Und ich möchte gerne ergänzen, „…an allen Orten!“, also auch überall, wo wir zuhause sind. Nicht nur gemeinsam in unseren Gottesdiensten, die wir je länger desto mehr vermissen – selbst, wenn wir am 10. Mai wieder starten dürfen, werden wir auf die gemeinsam gesungene Anbetung, sozusagen aufs „Jauchzen“ wohl noch eine geraume Zeit verzichten müssen. Doch daheim dürfen wir jauchzen bis der Putz von der Decke rieselt. Während ich dies schreibe höre ich gerade die siebte Ausgabe des „Socially Distant Worship Club“ (Session 7 vom 30.04.2020) auf YouTube. Die irische Band „Rend Collective“ spielt seit Ende März jede Woche eine 15-30 minütige „Lobpreis-Einheit“ live auf Facebook. Mal sind es nur zwei, mal sind alle Bandmitglieder per geteiltem Bildschirm verbunden. Ihr Englisch ist wegen des irischen Akzents anspruchsvoll, doch sie sind sehr authentisch und sie haben wunderbare Lieder geschrieben. Am bekanntesten dürfte bei uns „My Lighthouse“ sein, die deutsche Version „Sei mein Licht“ (oder nur „Leuchtturm“) wird von unserer O’fehner Gemeinde gerne gesungen. Albert Frey hat es ins Deutsche übertragen (siehe „Feiert Jesus 21“ 2015):

„Wenn ich zweifle und kämpf mit mir, wenn ich falle bleibst du doch hier,
deine Liebe trägt mich durch,
du bist mein Halt in der rauen See, du bist mein Halt in der rauen See.

Auch im Schweigen bist du stets da, in den Fragen bleibt dein Wort wahr,
deine Liebe trägt mich durch,
du bist mein Halt in der rauen See, du bist mein Halt in der rauen See.

Refrain:
Sei mein Licht, sei mein Licht, du strahlst wie ein Leuchtturm und ich schau auf dich.
Sei mein Licht, sei mein Licht, du gabst das Versprechen:
Sicher bringst du mich bis ans Land – oh – bis ans Land -oh – bis ans Land – oh – bis ans Land.

Ich fürcht nicht was die Zukunft bringt, ich geh vorwärts und mein Herz singt.
Gottes Liebe trägt mich durch,
du bist mein Halt in der rauen See, du bist mein Halt in der rauen See.

Refrain

Dein Licht leuchtet, nichts strahlt heller und du führst uns durch den Sturm! (4x)

Refrain

Ein mutmachendes Lied, “ich fürchte nicht was die Zukunft bringt, ich geh vorwärts und mein Herz singt.“ Gerade in dieser Corona-Krise tut es uns gut, wenn wir uns Gott auch in „rauer See“ anbefehlen, vertrauend, dass sein Licht uns sicher ans Ziel bringt.

Als Predigttext ist für Jubilate Johannes 15,1-8 (Der wahre Weinstock) vorgeschlagen, das letzte der sieben bekannten „Ich bin – Worte“ Jesu, indem Jesus von sich sagt: „Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater der Weingärtner. … Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. … Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.“ (V1+5+7 LU).

Grundlegend für unser Leben als Jüngerinnen und Jünger ist unsere Beziehung zu Jesus, unserem Weinstock. Aus dieser möglichst engen und festen Beziehung schöpfen wir als Reben am Weinstock unsere Kraft um volle, süße Trauben zu entwickeln. Aus geistlicher Perspektive wird unser Leben nur fruchtbar, wenn Jesus in uns und durch uns zum Zuge kommt. In ihm „bleiben“ kann logischerweise nur die Rebe, die in ihm eingepflanzt ist. Sein Wort und sein Werk reinigen (erlösen und heiligen) uns (siehe V2). So werden und sind wir seine Jünger – eine überaus fruchtbare Beziehung, die eine große Gebetsverheißung enthält (V8). Mein persönlicher Lieblingsvers des Weinstockkapitels folgt in V16:

„Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt: Ich habe euch dazu bestimmt, zu gehen und Frucht zu tragen – Frucht, die Bestand hat (die bleibt). Wenn ihr den Vater in meinem Namen um etwas bittet, wird er es euch geben, was immer es auch sei.“ (Joh 15,16 NGÜ). Also, lasst uns dranbleiben mit der Fürbitte in seinem Namen in diesen herausfordernden Zeiten.

Womit ich auch heute neben der globalen Krise zur konkreten Fürbitte für Menschen aus unseren Gemeinden einlade. Da wäre zunächst Gerhard Ebinger zu nennen, er ist inzwischen erfolgreich operiert und wird weiterhin im Krankenhaus in Westerstede behandelt. Weshalb Ingrid ihn jetzt mindestens drei Wochen nicht sehen kann. Noch größer ist die Herausforderung der Trennung für
Prettners. Nach seinem erneuten Schlaganfall ist Toni in der Reha, in der er derzeit auch nicht besucht werden kann. Also wollen wir an Ebingers und Prettners besonders denken. Für alle weiteren Älteren und Kranken gilt, ruft doch einfach mal an, schickt eine Karte und gebt ihnen so Anteil an unserem „distanzierten“ Gemeindeleben.

Anbei ein Foto vom frisch grünenden Weinstock auf Pastors Terrasse und Bilder von der Blütenpracht an unserem Gemeindezentrum.

Seid damit lieb gegrüßt von eurem Pastor, Kai-Uwe Marquard

P.S. Vielleicht sehen wir uns ja bereits am nächsten So im Gottesdienst?